DeutschlandRadio entstand 1994 durch die von ARD und ZDF
gemeinsam getragene Zusammenführung von drei sehr unterschiedlich
strukturierten Rundfunkunternehmen: Der seit 1962 in Köln angesiedelte Deutschlandfunk, der 1947 in Berlin von der US-Militär-
regierung gegründete RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) und der nach der Auflösung des Staatlichen Rundfunkkomitees der DDR 1990 aus einer Eigeninitiative der Rundfunkangehörigen hervorge-
gangene Sender DS Kultur fanden sich unter dem Dach einer durch Staatsvertrag der Länder gegründeten Körperschaft öffentlichen Rechts zusammen.
In seinen beiden Hörfunkprogrammen – eines aus Berlin, eines aus Köln – verzichtet DeutschlandRadio auf Werbung. Vielmehr hat es sich dafür entschieden, die klassischen Inhalte und Formen des Hörfunks als Informations-und Kulturprogramm zu pflegen,weiter zu entwickeln und in bewusstem Kontrast zueinander zu profilieren. Was nicht heißt, dass die Erwartungen,Neigungen,Gewohnheiten und Wünsche des
Publikums unbeachtet und unberücksichtigt geblieben wären.
In diesem Buch wird die Frage beantwortet, welchen spezifischen
Beitrag zum Gesamtangebot der Medien in Deutschland solche Hörfunkprogramme leisten können, wie DeutschlandRadio sie aufgrund
seines gesetzlich vorgegebenen Programmauftrages anbietet.
Auch die schwierige Gründungsgeschichte des DeutschlandRadio wird
nachgezeichnet.
Weitere Aspekte der Programmarbeit werden in zahlreichen Beiträgen beleuchtet.
So bietet der Band vielfältige Einblicke in die Programmarbeit aus Köln und aus Berlin: und damit das Porträt eines Rundfunkunternehmens, wie es in Deutschland einzigartig ist.
Aus dem Inhalt:
Johannes Rau:
An das Radio zu denken, weckt Erinnerungen
Dieter Stolte:
Ein Blick zurück mit Wehmut und doch mit Stolz
Udo Reiter:
Ein Fels in der Brandung
Hinrich Enderlein:
Zehn Jahre DeutschlandRadio – eine Erfolgsstory
Ernst Elitz:
Erhofftes und Erreichtes
Dieter Stammler:
Der lange Weg zur Gründung
Gernot Lehr:
Eine ungewöhnliche Partnerschaft
Thomas Alexanderson:
Was den besonderen Reiz des Radios ausmacht
Josef Eckhardt:
Leistungen durchleuchten – Programme optimieren
Gerda Hollunder:
Aufgeschlossene Hörer gesucht und gefunden
Günter Müchler:
Es war gut, nicht in die Zeitgeistfalle zu tappen
Matthias Sträßner:
Orpheus spricht mit Amphion
Dieter Putz:
Ein Platz für öffentliche Erörterung
Karin Brieden:
Verwaltung als Leistungssport
Helmut Haunreiter:
Eine hochentwickelte technische Infrastruktur
Adolf Stock:
Zwei Häuser unter einem Dach
Manfred Jenke:
Zwei Programme,zwei Profile.Radio,dem Publikum vertraut