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Europäische Öffentlichkeit als
Kontrollsphäre:
Die Europäische Kommission, die Medien und politische Verantwortung
Europäische Öffentlichkeit als
Kontrollsphäre: Christoph O. Meyer
Informationskultur in Europa,
Band 2, Gerd G. Kopper (Hrsg.)
234 Seiten, 17 Abb./Tab.
23 x 16 cm, 2002

ISBN 3-89158-354-0

EURO 30,- (D)

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Die Europäische Union steht an einer Weggabelung. Nach der Ein-führung des EURO soll nach dem Beschluss der Staats- und Regierungschefs von Nizza eine europaweite Debatte über die Zukunft der EU beginnen, die in einen verfassungsgebenden Konvent mündet. Doch gibt es eine europäische Öffentlichkeit, in der grenzüberschrei-tende Debatten geführt werden können?
Kann Demokratie in Europa funktionieren, solange die politische Meinungsbildung nur innerhalb nationaler Grenzen stattfindet?
Dieses Buch liefert einen Beitrag zu der brisanten Diskussion in Politik, Wissenschaft und Medien über die Voraussetzungen für eine europäische Öffentlichkeit.
Der Autor Christoph O. Meyer untersucht vor allem die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Pressecorps in Brüssel.
Im ersten Teil des Buches wird der Öffentlichkeitsbegriff vor dem Hintergrund der Debatte um das Legitimitätsdefizit der EU ausgeleuchtet.
Es wird argumentiert, dass der Hinweis auf die sprachliche und kulturelle Vielfalt in Europa zu der Beantwortung der Frage nicht ausreicht. Entscheidend ist vielmehr, inwiefern es zu einer Transnationalisierung der politischen Berichterstattung über die EU in den Massenmedien gekommen ist.
Auf den Spuren dieser These wird untersucht, inwieweit es dem multinationalen Pressekorps in Brüssel gelingt, die Europäische Kommission für politische und persönliche Missstände zur Rechen- schaft zu ziehen. Fallstudien des BSE-Skandals und der Echo/Cresson-Affäre zeigen eine deutliche Verbesserung der journalistischen Kontrollfähigkeit, die im März 1999 maßgeblich zum Rücktritt der Santer-Kommission beitrug. Veränderungen in der Funktionsweise des Pressecorps werden unter anderem auf die Aufwertung der EU-Berichterstattung zurückgeführt.
Strukturelle Kommunikationshindernisse auf Seiten der EU-Kommission werden ausgeleuchtet.
Diese Studie legt eine weniger skeptische Beurteilung der Leistungs-fähigkeit transnationaler Öffentlichkeit zumindest bei der Kontrolle politischer Verantwortung nahe.