Das Fernsehen ist in seiner kurzen Geschichte nicht nur in den
westlichen industrialisierten Gesellschaften zum Leitmedium geworden.
Das Medium ist allgegenwärtig, seine Nutzung und sein Gebrauch
sind fester Bestandteil der Alltagsaktivitäten fast aller Bevölkerungs-
gruppen.
In der Bundesrepublik Deutschland verfügen in den alten Bundes-
ländern 98 % aller Haushalte über mindestens ein Fernsehgerät,
in den neuen Bundesländern sind es sogar 99 %.
Dass die Fernsehgeräte auch genutzt werden, davon zeugen nicht
nur wissenschaftliche Untersuchungen, sondern auch zahlreiche
Alltagsgespräche, die sich um das Fernsehen und die von ihm
erzählten Gesichten, seine Stars, Skandale etc. ranken.
Eine Rezeptionsästhetik des Fernsehens, die die Faszination des Mediums aus seinen 'Texten' und deren Vorstrukturierung der
Rezeption und Aneignung heraus beschreibt und erklärt, existierte
bisher nicht.
Hier wird nun der Versuch unternommen, vor dem Hintergrund der
Überlegungen aus Disziplinen wie den Cultural Studies, der kogni-
tiven Filmpsychologie, der Soziologie der Lebenswelt, der poststruk-
tualistischen Texttheorie u.a. Bausteine für eine Rezeptionsästhetik
des Fernsehens zusammenzutragen.
Aus dem Inhalt:
Vorbemerkung - Einleitung
Rezeptionsästhetik: Zur Geschichte rezeptionsästhetischer Ansätze -
Rezeptionsästhetische Grundlagen der Film- und Fernsehwissenschaft
- Grundlagen einer Rezeptionsästhetik des Fernsehens
Fernsehen in der Gesellschaft und Medienhandeln im Alltag:
Individualisierung und reflexive Moderne - Fernsehen als kulturelles
Forum - Lebenswelt und Lebensstil - Symbolische Gewalt -
Populärkultur und Medienverbund - Aktiver Konsum und Identitäts-
bastelei - Fernsehen als Alltagshandeln - Fernsehen als Stukturie-
rungselement von Alltag und Freizeit
Rezeptionsästhetische Aspekte der Fernsehkommunikation:
Text-Zuschauer-Interaktion und rezipierter Text -
Fernsehrezeption
Exkurs: Zappen als Zuschaueraktivität: Fernsehaneignung
Fernsehen als Text: Text und Textualität - Text und Erzählung -
Genres und Gattungen
Exkurs: Der 'Viewing Contract': Genrebeispiele - Intertextualität
und Erfahrungskonstitution
Exkurs: Die Faszination von Gewalt in Film und Fernsehen: Die
textuelle Ebene: Action und Spezialeffekte in möglichen Welten -
Die individuelle Ebene: Zwischen Angsterleben und Bearbeitung von
Identitätsthemen - Die soziale Ebene: Gruppenaktivität und Symbol-
praxis - Die gesellschaftliche Ebene: Symbolische Objektivation
kollektiver Ängste
Bausteine einer Rezeptionsästhetik des Fernsehens: Kommunikative
Handlung und ästhetische Erfahrung - Identitätsspiel und 'Textual
Poaching' - Die Text-Zuschauer-Interaktion im Kontext - Perspektiven
einer Rezeptionsästhetik des Fernsehens - Literatur