'Verantwortung wahrnehmen – Aufsicht gestalten': unter dieses
Motto hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ihre Tätigkeit
gestellt.
Die Beiträge in diesem ersten Band der KJM-Schriftenreihe verdeut-
lichen, wie gut das in den letzten Jahren gelungen ist.
Diese positive Wahrnehmung der Arbeit der KJM ist um so erfreulicher,
weil die Anfänge vor mehr als sechs Jahren alles andere als einfach
waren.
Die KJM wurde zum 1. April 2003 durch den Staatsvertrag über den
Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und
Telemedien (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag – JMStV) der Länder
als zentrale Stelle für den Jugendschutz im privaten Rundfunk und in
den Telemedien etabliert.
In den ersten sechs Jahren hat sich die KJM mit mehr als 3000 Fällen
befasst, davon gut 600 im Rundfunk und über 2400 in den Telemedien.
Dabei hat die KJM zu rund 1200 Indizierungsanträgen der Bundes-
prüfstelle eine Stellungnahme abgegeben und schließlich zu etwa 600
Internet-Angeboten selbst einen Antrag auf Indizierung gestellt.
Diese Zahlen verdeutlichen den beträchtlichen Umfang der Prüfver-
fahren - ein Umfang, der stetig wächst, denn mit zunehmender
Konvergenz und Digitalisierung der Medienwelt steigt auch die Zahl
der Prüfverfahren von Jahr zu Jahr.
Dass die KJM ihre Aufgaben so gut erfüllen kann, liegt nicht zuletzt an
ihrer Organisation. Als Organ der Landesmedienanstalten besteht sie
aus sechs Direktoren von Landesmedienanstalten, aus vier Mit-
gliedern, die von den obersten Landesbehörden für den Jugendschutz
benannt werden, sowie zwei Mitgliedern, die die für den Jugendschutz
zuständige oberste Bundesbehörde entsendet.
Darüber hinaus hatte die Einrichtung der KJM auch die enge Ver-
zahnung der mit dem Jugendschutz befassten Institutionen in
Deutschland zum Ziel.
Diese Kooperation schafft Synergien, wie es sie in der Form vor der
Neuausrichtung des Jugendmedienschutzsystems noch nicht gegeben
hatte.
Alle Beteiligten bringen ihre spezifischen Kenntnisse und Kompetenzen
ein, die maßgeblich zum Erfolg der Arbeit der KJM beitragen, mit einem
gemeinsamen Ziel: einem besseren Jugendmedienschutz.
So heterogen wie die Zusammensetzung der KJM sind auch die Inhalte
des vorliegenden Bandes der neuen KJM-Schriftenreihe.
Mit den unterschiedlichsten Autoren und Themen wird die Bandbreite
der Herausforderungen, die die KJM seit ihrer Gründung beschäftigt
haben, verdeutlicht. Dabei wird die Arbeit der KJM aus unterschied-
lichen Perspektiven - die nicht deckungsgleich mit der Meinung der
KJM sein müssen - beleuchtet.
Die Beiträge der Autoren machen auch klar, dass die jugendschutz-
relevanten Themen, mit denen sich die KJM in Zukunft auseinander-
setzen muss, immer vielfältiger werden. Vor allem die große Dynamik
des Internets ,der mobilen Medien aber auch neue Sendeformate im
Massenmedium Fernsehen, lassen die KJM weiterhin Pionierarbeit
leisten.
Schwerpunkte ihrer Jugendschutz-Tätigkeit werden von nun an in den
Folgebänden der KJM-Schriftenreihe dokumentiert.
Die verlegerische Betreuung der KJM-Schriftenreihe durch den
renommierten Berliner Medienverlag VISTAS ist Gewähr dafür, dass
die Buchreihe einer größtmöglichen Öffentlichkeit bekannt und
zugänglich gemacht wird.
Aus dem Inhalt:
Dr. Ursula von der Leyen Grußwort
Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring Vorwort
Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring Jugendmedienschutz im dualen Rundfunksystem
Verena Weigand Aufsicht, Anbieter oder Anwender –wer hat welche Verantwortung
im Jugendmedienschutz?
Prof. Joachim von Gottberg Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen
Sabine Frank Selbstkontrolle im Internet
Sonja Schwendner Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Freiwilligen
Selbstkontrolle
Elke Monssen-Engberding Die Spruchpraxis der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Medien
Friedemann Schindler Technische Möglichkeiten des Jugendschutzes im Internet
Prof. Dr. Petra Grimm Gewalt im Web 2.0 – eine neue Dimension medialer Gewalt?
Prof. Dr. Helga Theunert Ein effektiver Jugendmedienschutz –auch eine Frage der
Akzeptanz von Eltern und Jugendlichen
Prof. Dr. Helge Rossen-Stadtfeld Beurteilungsspielräume der Medienaufsicht
Dr. Marc Liesching Jugendschutzrechtliche Anforderungen an Gewinnspiele
im Rundfunk und in Telemedien