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Hörfunk in Deutschland
Rahmenbedingungen und Wettbewerbssituation
Bestandsaufnahme 2006
Frank Böckelmann, Walter A. Mahle und Gerd Macher, Arbeitsgruppe Kommunikationsforschung München (AKM)
Hörfunk in Deutschland Verband Privater Rundfunk und
Telemedien e.V. (Hrsg.)
300 Seiten, 24 Abb./Tab., 2006

ISBN 3-89158-441-5
ISBN 978-3-89158-441-5

EURO 25,- (D)

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Dieser umfassende Überblick über die Situation des Hörfunks
in Deutschland stellt die Grundlage für eine zukunftsweisende
Medienpolitik dar, die die Existenz des Mediums Radio in der
Digitalisierung sichert und die faire Rahmenbedingungen im
dualen Rundfunksystem schafft.
Erarbeitet hat diese Studie die Arbeitsgruppe Kommunikations-
forschung München (AKM), die vom Verband Privater Rundfunk
und Telemedien (VPRT) als wissenschaftlich unabhängiges
Institut beauftragt wurde, eine Bestandsaufnahme der Rahmen-
bedingungen und Wettbewerbssituation des Hörfunks in
Deutschland zu erstellen. Das Werk knüpft an die Studie aus
dem Jahre 1999 an (ISBN 3-89158-227-7), ergänzt um eine
Vielzahl neuer Themenbereiche, die für die Entwicklung des
Radios von Bedeutung sind. Schon die 99er Studie stellte
heraus, dass die ARD-Anstalten gegenüber dem privaten Hörfunk
über ein Vielfaches an Frequenzen, Geld und Personal verfügen.
Wie sich zeigt, ist diese Feststellung auch heute, sieben Jahre
später, unverändert aktuell.
Die dargestellten Ergebnisse der umfangreichen Recherche
belegen sogar, dass sich die Wettbewerbssituation in einigen
Bereichen zu Lasten privater Anbieter weiter verschlechtert hat.
Das gilt nicht nur für das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichem
und privatem Hörfunk, das gilt in der Perspektive der digitalen
Medienlandschaft auch für das Verhältnis gegenüber neuen
Wettbewerbern aus den Bereichen Telekommunikation und
Multimedia.
Die digitale Zukunft des Radios hat bereits begonnen. Doch wie
wird sie aussehen? Fest steht, dass neue digital-terrestrische
Verbreitungswege entstehen und neue Angebote in den Markt
bringen, die das klassische UKW-Radio zwar nicht ersetzen, aber
zumindest ergänzen. Wie bei UKW werden auch in der digitalen
Welt die Kapazitäten nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.
Deshalb ist der Kampf um dieses knappe Gut bereits voll entfacht.
Das Radio steht hier in Konkurrenz mit wirtschaftlich ungleich
potenteren Branchen, wie den Mobilfunkern und Fernsehunter-
nehmen, die alle ein Stück vom Frequenz-Kuchen beanspruchen.
Damit die Radiostationen auch in der digitalen Zukunft zur
Meinungs-, Angebots- und Anbietervielfalt beitragen können,
sind tragfähige Perspektiven notwendig. Die Bestands- und Ent-
wicklungschancen des Radios in der digitalen Terrestrik können
nur durch einen ordnungspolitischen 'Masterplan Radio' abge-
sichert werden. Der Zugang des Radios zu allen digitalen Wegen
muss gewährleistet werden, Zulassungen und Frequenzen
dürfen nicht pauschal an die Plattformbetreiber vergeben werden,
die sich dann nach rein wirtschaftlichen Kriterien aussuchen, wer
über die Terrestrik senden darf.

Aus dem Inhalt:

Vorwort

Hans-Dieter Hillmoth
Vorbemerkung

Ordnungspolitische Rahmenbedingungen
Vorgaben für den Hörfunk nach dem Rundfunkstaatsvertrag
Spannungsfeld Frequenzsituation - 'Deckelung' des ARD-Hörfunks - Hörfunkspezifische Regelungen im Rundfunkstaatsvertrag?
Vorgaben für private Hörfunkanbieter nach den Landesmedien-
gesetzen

Der Begriff des Vollprogramms - Sicherung der Meinungsvielfalt - Wettbewerb - Übertragungskapazitäten - Werbung
Richtlinien und Satzungen der Landesmedienanstalten
Werberegulierung - Jugendschutz - Lokale Angebotsvielfalt
Zulassung
Zulassungskriterien - Lizenzfristen - Lizenzverlängerung -
Ablehnung der Lizenzverlängerung
Eigentümerstrukturen
Senderketten und -familien - Vielfalt durch Bündelung der Kräfte
Auftrag und Programmauflagen
Öffentlich-rechtlicher Hörfunk
Begriff der Grundversorgung - Regulierte Selbstregulierung
Privater Hörfunk
Programmauflagen
Aufsichtsgremien und Aufsichtspraxis im öffentlich-rechtlichen
und privaten Rundfunk

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Scheitern der Selbstkontrolle - Was tun die Rundfunkräte?
Privater Rundfunk
Was genau kontrollieren die Landesmedienanstalten
Urheberrecht
Vorgaben für die Verbreitung digitaler Angebote
Kabelanlagen - Wird die Chance zur Neuorientierung vertan? -
Zugangsfreiheit - Übergangserfordernisse
Richtlinien der Europäischen Kommission
Fernsehrichtlinie - Rüttelt die Europäische Kommission am
Herkunftslandsprinzip? - Reform der Fernsehrichtlinie Bestandsaufnahme der Hörfunkangebote in Deutschland
Private und öffentlich-rechtliche UKW-Programme in den
Bundesländern

Zählung der terrestrisch verbreiteten Programme - Senderketten
des ARD-Hörfunks und des Privatfunks - Nichtkommerzielles Radio
Über Satellit und/oder Kabel verbreitete Programme
Öffentlich-rechtliche und private Angebote in den Kabelnetzen -
Kabelprobleme: Digitale Musikpakete und Minimierung der Kopf-
stellen-Zahl - Programmverbreitung über Satellit
Hörfunkprogramme im Internet
Radioprogramme als Livestream: Ergebnisse einer Recherche -
Simulcasting und Webcasting - Besucherzahlen von Radio-
Webseiten - Gebührendruck auf Webradios
Musik- und Wortanteile
Programmstrukturvergleich - Fragwürdige Bewertungen -
Nachrichtenprofile - Berlin/Brandenburg: Einfalt oder Vielfalt? -
Erfolg mit Wortprogrammen? - Deutsch-Quote
Programm-Formate
Begriffsklärung - Formatradio versus Vollprogramm -
Verbreitung der Musikformate - Unverwechselbarkeit
Reaktionen des ARD-Hörfunks auf den Privatfunk: vier Beispiele
Strukturwandel - Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) in Sachsen -
Hessischer Rundfunk (HR) - Norddeutscher Rundfunk (NDR) -
Bayerischer Rundfunk (BR) - Ausblick
Programmentwicklung im öffentlich-rechtlichen Hörfunk
Dringlichkeit einer Reduzierung des Programmangebots -
Entwicklung des Programmangebots - Strategische Umwidmungen -
Online-Angebote - Entgrenzung des öffentlich-rechtlichen Auftrags
Technische Rahmenbedingungen
Frequenzsituation und Sendeleistung
Ende des UKW-Zeitalters? - Wettbewerbsprivilegien - Frequenz-
ausstattung - Durchschnittliche Sendeleistung - Lokale Programme -Weitere Benachteiligungen der Privatradios
Beispiele für Überversorgung und Unterversorgung
Benachteiligung als Regelfall - Beispiel Rheinland-Pfalz -
Beispiel Niedersachsen - Beispiel Hamburg
Potenziale der technischen Reichweite
Abbau der Frequenz-Überversorgung - Verringerung des Kanal-
abstandes - Digitalisierung der Verbreitungswege
Sendernetzbetreiber
Das Telekommunikations-Gesetz und die Macht des Faktischen -
Verbreitungswege und Netzbetreiber - Lehrbeispiel DAB -
Wer soll DMB und DVB-H bewirtschaften? - Digitale Plattformen
(Kabel/Satellit) - Das Sendernetz-Duopol - Forderung nach Pri-
vatisierung der ARD-Sendernetze - Wettbewerb zwischen Sender-
netzbetreibern?
Zahl der Empfangsgeräte im Markt
UKW-Empfänger - DAB-Empfänger - Digitaler Hörfunk und
Mobilfunk
Hörfunk über neue terrestrische Standards
Bundesweite Programme - Digital Multimedia Broadcasting (DMB) -
Digital Video Broadcasting-Handheld (DVB-H)
Weitere neue Verbreitungswege
Digital Radio Mondial (DRM) - Digital Video Broadcasting -
Terrestrial (DVB-T) - Radioempfang über Internet/DSL, Note-
book und Personal Digital Assistent (PDA) - Mobiler Hörfunk
über Satellit - Hörfunk über Mobilfunk (Visual Radio)
Nutzung privater und öffentlich-rechtlicher Programme
Verweildauer / Marktanteile / Reichweiten
Media-Analyse (Radio insgesamt) - Hörfunkmärkte auf Landes-
und Mehrländerebene - Digitale Terrestrik - Satellit - Kabel -
Radiohören online - Mobile – Radiohören über Mobilfunk-Endgeräte
Exkurs: Wie wird die Radionutzung der Zukunft aussehen?
Welche Faktoren begünstigen den Umstieg zum digitalen Hörfunk? -
Warum erwarten einige Experten eine ausschließlich digitale Zukunft
des Radios, d.h. eine Zukunft ohne UKW? - Was spricht dafür, dass
auch künftig Programme über UKW verbreitet und genutzt werden? -
Mobilfunkbetreiber und Programmanbieter - Programmanbieter und
Plattformbetreiber - Radio hören über Mobilfunk der dritten Gene-
ration (3G) -
Marktchancen für neuen bundesweiten Hörfunk? - DMB oder DVB-H? -Internetradios - Podcast - Auswirkungen der demographischen Entwicklung
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Klassische Werbung
Neue Attraktivität des Hörfunks - Die 'Brutto-Netto-Schere' öffnet sich
Öffentlich-rechtlicher Hörfunk: Mischfinanzierung aus Gebühren
und Werbung

Sonstige Erträge - Die ARD als Konzern - Zulässige und tatsächlich
genutzte Werbezeit - Warum wollen die ARD-Anstalten werben? -
Gebührenfestsetzungsverfahren - Online-Aufwand - Welche Folgen
hätte ein Werbeverbot für ARD und ZDF?
Finanzierung digitaler Verbreitungswege
Gebührenfinanziertes DAB-Netz - ARD als Betreiberin digitaler Sender-
netze - Nach dem Ende der DAB-Finanzierung
Privater Hörfunk: Andere Formen der Refinanzierung
Sponsoring - Veranstaltungen und kombinierte Werbeleistungen -
Call Media - Weitere Ertragsarten
Erträge, Aufwendungen und Kostendeckungsgrad, Beschäftigte

Zusammenfassung
Befragte Experten
Literatur- und Autorenverzeichnis