Serien, Shows und andere Programminhalte von TV-Sendern können
längst auf den Websites der Fernsehveranstalter oder diversen
Videoportalen auch online abgerufen werden.
Aber welche und wie viele der ausgestrahlten Sendungen werden von
den Veranstaltern tatsächlich ins Netz gestellt und in welcher Form
geschieht das ?
Mit dieser Fragestellung betritt die Pilotstudie zu den Fernsehvoll-
programmen im Internet, deren zentrale Ergebnisse im Programm-
bericht 2010 vorgestellt werden, konzeptionelles und methodisches
Neuland und ergänzt die kontinuierliche Fernsehprogrammforschung
der Landesmedienanstalten um eine aufschlussreiche Perspektive.
In bewährter Weise stellt der Programmbericht 2010 die Ergebnisse
der Programmstrukturanalyse vor, in der seit 1998 die acht bedeu-
tendsten Fernsehvollprogramme im Zentrum stehen.
Dabei werden die Konsequenzen der globalen Finanzkrise für die
Entwicklung des Fernsehprogramms ebenso in den Blick genommen
wie die Themenstruktur von Fernsehnachrichten in Zeiten des
Wahlkampfs.
In Einzelbeiträgen wird zudem der Beitrag des Lokalfernsehens
zur publizistischen Vielfalt aus der Perspektive unterschiedlicher
regionaler und lokaler Kontexte beleuchtet.
Der Frage nach der publizistischen Relevanz des privaten Fernsehens
nehmen sich in gewohnt kontroverser Weise die 'Streitpunkte –
Standpunkte' an.
Unter Bezugnahme auf die Debatte über die ökonomischen Grund-
lagen für publizistische Relevanz und Vielfalt im privaten Rundfunk
zeigt die Position der Landesmedienanstalten medienpolitischen
Handlungsbedarf auf.
In weiteren Beiträgen werden medienökonomische Grundlagen und
der Zusammenhang von Programmökonomie und Programmqualität
diskutiert und Einblicke in den Produktionsalltag eines privaten
regionalen Fernsehsenders gegeben.
Qualität für Geld ? Diese Frage untersuchen die Autoren aus unter-schiedlichen Perspektiven und dokumentieren damit wesentliche
Eckpunkte der Debatte um Qualität im privaten Rundfunk.
Der Programmbericht gibt seinen Lesern einmal mehr Einblicke in
die aufsichtsrechtlichen Aktivitäten der Landesmedienanstalten und
einen Überblick über die Fernsehprogrammforschung in Deutschland.
Aus dem Inhalt:
Thomas Fuchs, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der
Landesmedienanstalten und Thomas Langheinrich, Der ZAK-
Beauftragte für Programm und Werbung
Vorwort
Einführung
Thomas Fuchs Nachrichten ohne Reiz – ohne Anreiz keine Nachrichten?
Bertil Schwotzer Fernsehen in Deutschland 2009/2010
Programmforschung
Kontinuierliche Fernsehprogrammforschung der
Landesmedienanstalten
Hans-Jürgen Weiß Die Finanzkrise und die Programmökonomie des Fernsehens
Hans-Jürgen Weiß, Christian Katzenbach und
Bertil Schwotzer Fernsehvollprogramme im Internet
Hans-Jürgen Weiß und Torsten Maurer Die Themenstruktur von Fernsehnachrichten in Wahlkampfzeiten
Einzelstudien
Lothar Mikos Neue Formate und Programmtrends im deutschen Fernsehen
Torsten Maurer und Alexander Sängerlaub Personalisierung der Wahlkampfberichterstattung in
Fernsehnachrichten
Der Beitrag des Lokalfernsehens zur publizistischen Vielfalt
Martin Gläser und Boris Alexander Kühnle Public Value privater regionaler TV-Veranstalter in Baden-Württemberg
Wolfgang Donsbach, Anne-Marie Brade, Martin Degen und
Franziska Gersdorf Publizistischer Mehrwert von Ballungsraumfernsehen in Sachsen
Bert Lingnau Akzeptanz und Bewertung des lokalen und regionalen Fernsehens
in Ostdeutschland
Forschungsbibliographie
Sünje Paasch-Colberg Fernsehprogrammforschung in Deutschland 2009/2010
Programmdiskurs
Streitpunkte - Standpunkte
Qualität für Geld? Zur publizistischen Relevanz des privaten Fernsehens
Thomas Langheinrich Medienpolitischer Handlungsbedarf – Vorschläge der Landesmedien-
anstalten zur Qualitätssicherung im privaten Fernsehen
Klaus Goldhammer Ökonomische Aspekte des medialen Qualitätsbegriffs
Christoph Rolf Qualitätsanspruch und seine Grenzen im Lokalfernsehen
Steffen Kolb Öffentliche Gelder für mehr Qualität im kommerziellen
Regionalfernsehen?
Qualitätsstandards - Qualitätsforschung
Joachim Trebbe und Jens Woelke Von den Schwierigkeiten, Fernsehqualität zu definieren und zu messen
Programmaufsicht
Aus der Zulassungs- und Aufsichtspraxis der ZAK
Jugendmedienschutz im Fernsehen: Problemfelder 2010
Dokumentation
Die ALM-Studie
Joachim Trebbe und Bertil Schwotzer Konzeption, Methode und Basisdaten der ALM-Studie 2009/2010