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Im Regulierungsviereck von
WTO, EU, Bund und Ländern
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| Rundfunk im Spannungsfeld
zwischen Kultur und Wirtschaft
Dokumentation des
DLM-Symposiums vom
Dezember 2005 in Berlin
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Sissi Pitzer und
Ingrid Scheithauer (Hrsg.)
DLM-Band 34
184 S., 20 Abb., DIN A5, 2006
ISBN 3-89158-437-7
EURO 18,- (D)
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Das im Dezember 2005 in Berlin stattgefundene DLM-Symposium
'Im Regulierungsviereck von WTO, EU Bund und Ländern – Rundfunk
im Spannungsfeld zwischen Kultur und Wirtschaft' blickte über den
'nationalen Tellerrand', denn gerade die Globalisierung des Medien-
marktes und die Digitalisierung der Medientechnik machen deutlich,
dass eine Beschränkung auf die Geschehnisse vor der regionalen oder
nationalen Haustüre dieser Entwicklung nicht gerecht wird.
Vielmehr sind vernetztes Denken, gemeinsames Handeln und die
Verzahnung mit Strukturen in anderen Ländern angesagt, um von
internationalen Konzernen und Programmen, von der Konvergenz bei
Technik und Inhalten nicht überrollt zu werden.
Aus dem Inhalt:
Sissi Pitzer und Ingrid Scheithauer
Vorwort
Im Spannungsfeld von Kultur und Wirtschaft
Wie viel Regulierung braucht der deutsche Rundfunk?
Grußwort von Prof. Wolfgang Thaenert
und Dr. Hans Hege
Keynote
Peter S. Grant
Medien, Globalisierung und der 'kulturelle Werkzeugkasten'
Warum unterscheiden sich audiovisuelle Güter von anderen ?
Rückfragen aus dem Auditorium
Thesen und Dialog
Zwischen Welthandel und kultureller Vielfalt
Welchen Spielraum lassen WTO und UNESCO für die Regulierung
der audiovisuellen Medien?
Prof. Dr. Stefan Oeter und Dr. Verena Metze-Mangold
Dialog zwischen Dr. Verena Metze-Mangold und
Prof. Dr. Stefan Oeter
Moderation: Sissi Pitzer
Thesen
Perspektiven europäischer Medienpolitk
Ist Brüssels Kurs schlüssig?
Dr. Verena Wiedemann
Vor der Entscheidung
Was bedeutet die Novellierung der EG-Fernsehrichtlinie?
Dr. Rudolf Strohmeier
Vom Bundesland zum globalen Dorf
Was bleibt von der Rundfunkkompetenz der Länder?
Staatssekretär Martin Stadelmaier
Debatte
Kompetenzgerangel
EU, Bund und Länder – wer hat was zu sagen in der Rundfunkpolitik?
Jürgen Doetz, Gernot Schumann, Martin Stadelmaier, Dr. Rudolf Strohmeier und Dr. Helga Trüpel
Moderation: Dr. Verena Wiedemann
Rede
Der globale Faktor
Welche Rolle spielt ein regionaler Regulierer in der globalisierten Welt?
Prof. Dr. Norbert Schneider
Gespräch
Im Bermuda-Viereck von Ländern, Bund, EU und WTO
Welche Auswirkungen hat die Regulierung auf die Praxis?
Dialog zwischen Jan Mojto und Gerhard Zeiler
Moderation: Andreas Stopp
Fazit
Der Blick von außen
Wie sieht ein Kanadier den deutschen Medienmarkt?
Peter S. Grant
Konsequenzen für die Landesmedienanstalten
Wie sehen die Aufgaben der Zukunft aus?
Reinhold Albert
Kurzbiografien
der Referenten und Moderatoren
Reinhold Albert
Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM)
Seit 1995 ist Reinhold Albert Direktor der Niedersächsischen
Landesmedienanstalt (NLM).
Zum Jahreswechsel trat er die Nachfolge von Wolfgang Thaenert als
Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten an.
Nach Abschluss der juristischen Ausbildung 1978 war Albert in ver-
schiedenen Bereichen der Verwaltung des Landes Niedersachsen und
danach vier Jahre als Dozent an der Fachhochschule Hof/Bayern tätig.
Von 1989 bis 1995 arbeitete er als Rundfunkreferent in der
Niedersächsischen Staatskanzlei, bis er vor zehn Jahren zum Direktor
der NLM in Hannover gewählt wurde. In dieser Funktion war
Reinhold Albert (Jahrgang 1949) von 1997 bis 2001 Vorsitzender der
Gemeinsamen Stelle Werbung der Landesmedienanstalten, daran
anschließend (bis 2003) Mitglied der Kommission für 'Jugendschutz,
Programm, Medienkompetenz und Bürgermedien'. Seit April 2003
gehört Reinhold Albert der 'Kommission für Jugendmedienschutz (KJM)'
an und ist Mitglied der 'Gemeinsamen Stelle Programm, Werbung und
Medienkompetenz'.
Jürgen Doetz
Präsident des VPRT
Seit 1996 steht Jürgen Doetz an der Spitze des Verbandes
Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT). Der gelernte
Journalist gehört zum 'Urgestein' des privaten Rundfunks in
Deutschland: 1982, zum Start der Kabelpilotprojekte, übernahm
er die Geschäftsführung der PKS Programmgesellschaft für Kabel-
und Satellitenrundfunk, der Vorläufergesellschaft von SAT.1.
Er war bis 2004 als Geschäftsführer des Senders tätig, ab 2000
fungierte er auch als Vorstand Medienpolitik und Regulierung in der
neugegründeten ProSiebenSat.1 Media AG, bis er 2004, mit Erreichen
der Altersgrenze, aus beiden Positionen ausschied. Seither widmet
Doetz sich verstärkt den Herausforderungen des Verbandes, mischt
in der nationalen und der europäischen Medienpolitik mit und ist vor
allem in Brüssel präsent. Auf seine Initiative geht u.a. die Beschwerde
gegen Programmauftrag und Gebührenfinanzierung der öffentlich-
rechtlichen Sender von ARD und ZDF zurück, in Sachen EG-Fernseh-
richtlinie setzt er sich vehement für die Freigabe von Product Place-
ment und den Abbau von Werberegulierungen ein.
Der gebürtige Heidelberger (Jahrgang 1944) hat Geschichte, Sozio-
logie und Politische Wissenschaften studiert und die Deutsche
Journalistenschule in München besucht. Nach Volontariat und Redak-
teurstätigkeit beim 'Pfälzer Tageblatt' in Landau war er von 1971 an
Pressesprecher des damaligen Kultusministers und späteren Minister-
präsidenten von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel, bis Doetz in die
Medienwirtschaft wechselte.
Peter S. Grant
Anwalt und internationaler Medienrechtsexperte in Toronto/Kanada
Peter S. Grant, Partner in Kanadas größter Anwaltsfirma McCarthy
Térault, leitet den Medienrechtsbereich der renommierten Sozietät.
Grant gehört zu den Pionieren des Kommunikationsrechts in Kanada.
Im Rahmen seiner – auch internationalen – anwaltlichen Tätigkeit
befasst sich Grant mit allen Bereichen der Kultur- und Medienindustrie.
Er gehört einem Expertengremium an, das die Kanadische Regierung
in internationalen Handelsfragen berät. In dieser Funktion schlugen
Grant und seine Kollegen 1999 eine internationale Konvention zum
Schutz der kulturellen Vielfalt vor, für die er sich seitdem intensiv
eingesetzt hat. Am 20. Oktober 2005 wurde die UNESCO-Konvention
zum Schutz der kulturellen Vielfalt mit überwältigender Mehrheit
verabschiedet. Grant berät auch Sender und Regierungen außerhalb
Kanadas, wie die britische BBC, die italienische RAI oder die Regierung
von Sri Lanka.
Der Torontoer Anwalt ist darüber hinaus Autor zahlreicher Aufsätze
sowie des Canadian Broadcasting Regulatory Handbook, das längst
zum Standardwerk der Rundfunkaufsicht in seinem Land avanciert ist.
Dr. Hans Hege
Vorsitzender der Gemeinsamen Stelle Digitaler Zugang der DLM
und Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb)
Der Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) beschäftigt
sich seit mehr als einer Dekade intensiv mit der Entwicklung des
digitalen Fernsehens. Seit 2000 hat der promovierte Jurist den Vorsitz
der damals neu geschaffenen Gemeinsamen Stelle Digitaler Zugang
(GSDZ) inne, in dieser Funktion hat Hans Hege die Rahmenbedingun-
gen für die Einführung des digitalen Fernsehens intensiv mitgestaltet.
In Berlin-Brandenburg gelang unter Federführung der mabb bereits
2003 als weltweit erster Region der vollständige Umstieg von der
analogen zur digitalen terrestrischen Fernsehübertragung (DVB-T).
Die EU-Entscheidung vom 9. November 2005, wonach die finanzielle
Förderung des Umstiegs als rechtswidrige Beihilfe zu sehen ist, sieht
Hege kritisch: 'Man könnte den Eindruck haben, dass der Erfolg
bestraft wird', sagt der mabb-Direktor.
Hege gehört zu den Gründern der Direktorenkonferenz der Landes-
medienanstalten (DLM). Zunächst übernahm der Chef der Berliner
Medienbehörde dort die Verantwortung für den Jugendschutz, 1993
wurde Hege Vorsitzender der DLM.
Hans Hege (Jahrgang 1946) hat die Entwicklung des dualen Rund-
funksystems seit den Anfängen begleitet. Nach verschiedenen
Etappen im Berliner Abgeordnetenhaus und in der Senatsverwaltung
für Justiz bereitete der Medienrechtler 1983 eines der ersten deut-
schen Gesetze zur Einführung von privatem Fernsehen und Radio vor,
zusammen mit dem Kabelpilotprojekt in Berlin.
Dr. Verena Metze-Mangold
Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission
Das Amt der Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission
hat Verena Metze-Mangold seit 1997 inne. Der Deutschen UNESCO-
Kommission (DUK) gehört sie seit 1982 an. Von 1996 bis 1998 war sie
Vorsitzende des Fachausschusses Kommunikation, Information und
Informatik. Als Vertreterin Deutschlands nahm sie an zahlreichen
Konferenzen teil, so an der Stabilitätspaktkonferenz in Slowenien zur
Medienentwicklung in Ost- und Südosteuropa.
Seit 2002 ist Verena Metze-Mangold Vorsitzende des Beirats der
'Stiftung Digitale Chancen' sowie Vertreterin Deutschlands im
Zwischenstaatlichen Ausschuss der UNESCO 'Information for All'.
2003/2005 war sie Mitglied der Deutschen Delegation beim 'World
Summit on Information Society' der Vereinten Nationen. Schwerpunkt
ihrer Veröffentlichungen sind Themen der Presse- und Informations-
freiheit, des Medienmarktes und der Medienentwicklung, der inter-
nationalen Regulierung, des Völkerrechts und der interkulturellen
Kommunikation.
Verena Metze-Mangold studierte Politikwissenschaft, Soziologie und
Geschichte in Berlin und Marburg, leitete die Evangelische Medien-
akademie (cpa) im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik
in Frankfurt und wechselte 1987 zum Hessischen Rundfunk, wo sie
die Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernahm und die
Medienforschung aufbaute. Im Hessischen Rundfunk leitet sie heute
die Abteilung Koordination in der Intendanz und ist Geschäftsführerin
der Filmförderung des HR.
Jan Mojto
Geschäftsführer EOS Entertainment
Im Februar 2002 gründete Jan Mojto die EOS Entertainment GmbH mit
Sitz in Oberhaching bei München. EOS steht für Events on Screen, ist
aber auch griechisch für 'Morgenröte', wie der gebürtige Slowake, der in acht Sprachen zu Hause ist, betont.
Mojtos Unternehmen entwickelt und finanziert große TV-Events mit
internationalen Stars für den Weltmarkt, zum Beispiel historische
Produktionen wie 'Napoléon' mit Gérard Dépardieu, 'D'Artagnan und
die drei Musketiere', 'Nero' oder 'Rom' (Januar 2006) und Zeitge-
schichtliche Stoffe wie 'Contergan' (Regie: Adolf Winkelmann). Aus der
Konkursmasse der KirchGruppe übernahm Mojto 2004 die Unitel mit
dem klassischen Musikstock sowie die Beta Film GmbH mit sämtlichen
internationalen Rechten.
Das Geschäft mit internationalen Koproduktionen und Rechten kennt
Mojto wie kaum ein anderer. In mehr als zwanzigjähriger Tätigkeit für
Leo Kirch hat er die Programmproduktion und den internationalen
Vertrieb systematisch aufgebaut. Im Februar 2002 verließ Mojto die
KirchGruppe, die wenige Wochen später Insolvenz anmelden musste.
Motjo, 1948 im slowakischen Nitra geboren, studierte Literaturwissen-
schaft und Geschichte in Bratislava und München. Seine betriebswirt-
schaftlichen Kenntnisse erwarb er am Institut Européen d'Administra-
tion des Affaires (INSEAD) in Fontaineblau.
2003 wurde der Medienmanager mit der Medaille Charlemagne, einem
Preis für europäische Integration und kulturelle Leistung in den
Medien, ausgezeichnet.
Prof. Dr. Stefan Oeter
Professor für öffentliches Recht und Völkerrecht an der
Universität Hamburg
Stefan Oeter absolviert derzeit einen Forschungsaufenthalt am
Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Seit 1999 ist Oeter
Professor für deutsches und ausländisches öffentliches Recht und
Völkerrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität
Hamburg und geschäftsführender Direktor des Instituts für Inter-
nationale Angelegenheiten. Zuvor hatte er Lehrstuhlvertretungen
in Heidelberg, Frankfurt (Oder) und Hamburg wahrgenommen. In
die Zeit seiner zehnjährigen Tätigkeit am Max-Planck-Institut für
ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg fallen
Auslandsaufenthalte in New York, Den Haag und Madrid. Zu seinen
Forschungsschwerpunkten gehören Friedenssicherung und Minder-
heitenrechte. Oeter ist deutsches Mitglied im unabhängigen
Expertenkomitee für die Europäische Charta der Regional- und
Minderheitensprachen des Europarats. Schon früh hat sich der
Völkerrechtler mit den Folgen des internationalen Wirtschaftsrechts,
auch auf die Medien, befasst. Er ist einer der wenigen Juristen hier
zu Lande, die über GATS und den Rundfunk publiziert haben.
Sissi Pitzer
Medienjournalistin
Im Jahr 2003 gründeten die Journalistinnen Sissi Pitzer und
Ingrid Scheithauer die Consulting-Firma 'isip communications', die in
den Bereichen Medien- und Politikberatung tätig ist sowie die
Konzeption und Realisation von Medienveranstaltungen übernimmt.
Sissi Pitzer ist als Fachjournalistin für Tageszeitungen, Mediendienste
und den ARD-Hörfunk tätig. Sie verantwortet seit 1997 das
MedienMagazin beim Bayerischen Rundfunk, arbeitet als Referentin für
Medientagungen und -seminare und übernimmt Moderationen von
Hörfunk- und Fernsehsendungen sowie von Podiumsdiskussionen.
Sie hat Kommunikationswissenschaft und Amerikanische Kultur-
wissenschaft an den Universitäten Mainz und München studiert.
Ingrid Scheithauer
Medienjournalistin
Im Jahr 2003 gründeten die Journalistinnen Ingrid Scheithauer und
Sissi Pitzer die Consulting-Firma 'isip communications', die in den
Bereichen Medien- und Politikberatung tätig ist sowie die Konzeption
und Realisation von Medienveranstaltungen übernimmt.
Ingrid Scheithauer ist außerdem als Publizistin und Moderatorin bei
Medienkongressen tätig.
Nach dem Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaften in
Mainz, München und Stanford/ California ging sie 1984 zur Frankfurter
Rundschau, deren Medienressort sie aufbaute und bis 2003 leitete.
Ingrid Scheithauer ist Mitglied des Medienrates der Landesanstalt für
Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), verschiedener Jurys für Medien-
preise, des Beirates der Mainzer Tage der Fernsehkritik und gehörte
der Weizsäcker-Kommission an, die 1994 den 'Bericht zur Lage des
Fernsehens' erarbeitet hat.
Prof. Dr. Norbert Schneider
Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)
Der Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)
ist als evangelischer Theologe der einzige Nicht-Jurist in der
Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten.
Medienerfahrung sammelte der gebürtige Württemberger (Jahrgang
1949) ab 1965 im Südwestfunk und im Gemeinschaftswerk der
Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main, dessen Direktor
er 1971 wurde. 1981 wechselte er als Direktor für Hörfunk und
Fernsehen zum Sender Freies Berlin, 1986 als Geschäftsführer zur
Allianz-Film GmbH. Seit 1993 ist er Chef der LfM in Düsseldorf.
Von 1999 bis März 2003 hatte Schneider das Amt des Vorsitzenden
der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) inne, seit
April 2003 ist er Vorsitzender der Gemeinsamen Stelle Programm,
Werbung, Medienkompetenz (GSPWM).
Norbert Schneider, dem in Anerkennung seiner Verdienste 2004 der
Professorentitel durch die Landesregierung NRW verliehen wurde,
nimmt immer wieder entschieden und pointiert Stellung zu Fragen der
Medienentwicklung. Der LfM-Direktor ist in zahlreichen Mediengre-
mien aktiv, wie z. B. im Verwaltungsrat des Gemeinschaftswerkes der
Evangelischen Publizistik (GEP), als Vorsitzender des Aufsichtsrats des
Adolf Grimme Instituts, im Vergabeausschuss der Filmstiftung NRW, im
Bildungszentrum BürgerMedien, im Beirat der Mainzer Tage der
Fernsehkritik, als Vorsitzender der Jury des Fernsehfilm-Festivals
Baden-Baden u.a.m.
Gernot Schumann
Europabeauftragter der DLM und Direktor der ULR
Als Europabeauftragter der DLM vertritt Gernot Schumann seit 1999
die Landesmedienanstalten auf europäischer und internationaler
Ebene, vor allem bei der Brüsseler EU-Kommission und beim Europa-
rat. Der Direktor der Unabhängigen Landesanstalt für Rundfunk und
neue Medien (ULR) in Kiel ist zudem seit Mai 2005 stellvertretender
Vorsitzender des europäischen Zusammenschlusses der Medien-
behörden EPRA. Der European Platform of Regulatory Authorities
(EPRA) gehören 49 Regulierungseinrichtungen aus 39 Ländern an.
Schumann hat die Stellungnahme der DLM zur Novellierung der EG-
Fernsehrichtlinie verfasst und die deutschen Regulierungsbehörden
bei der Konferenz zur Diskussion dieser Richtlinie im Herbst 2005
in Liverpool vertreten.
Schumann, der in Kiel und Paris Jura studiert hat, kam nach zwölf-
jähriger Richtertätigkeit in Schleswig-Holstein, u.a. am Oberlandes-
gericht Schleswig, zur Medienpolitik. 1989 übernahm er in der Kieler
Staatskanzlei das Referat für Medienpolitik, Medienrecht und
Medienwirtschaft. In dieser Funktion bestimmte ihn der Bundesrat zum
Vertreter der Länder in Expertengremien zur Harmonisierung des
Rundfunkrechts von Europarat und Europäischer Union. 1991 wurde
Schumann (Jahrgang 1948) zum Direktor der ULR gewählt, die er
seitdem leitet.
Martin Stadelmaier
Staatssekretär
Seit Mitte 2003 ist Martin Stadelmaier Chef der Staatskanzlei von
Rheinland-Pfalz, das traditionell den Vorsitz in der Rundfunk-
kommission der Länder innehat. Auch das Brüsseler Parkett kennt
der gebürtige Bonner (Jahrgang 1958) bestens: Fast ein Jahrzehnt
war Stadelmaier Ständiger Vertreter des Bevollmächtigten des Landes
Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa. Stadelmaier, der zeitweise
im spanischen Bilbao aufgewachsen ist und Geschichte und Spanisch
studiert hat, hat seine ersten Schritte in der Politik beim SPD-Partei-
vorstand gemacht, bevor er 1991 für drei Jahre Erfahrungen auf
Landesebene sammeln konnte - als Referent des Chefs der Mainzer
Staatskanzlei.
Nach seiner Berufung von Ministerpräsident Kurt Beck zum Chef der
Staatskanzlei äußert sich Stadelmaier häufig zu medienpolitischen
Grundsatzfragen. So hat er die Verfassungsbeschwerde der ARD
gegen das Verfahren der jüngsten Gebührenerhöhung scharf ver-
urteilt, die Aufgaben der Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland aber
gegenüber der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes verteidigt.
Außerdem mahnt Stadelmaier seit längerem eine weitgehende
Strukturreform bei den Landesmedienanstalten an. Er ist Mitglied des
ZDF-Fernsehrates.
Andreas Stopp
Redaktionsleiter Deutschlandfunk
Als Redaktionsleiter 'Medien und Gesellschaft' ist der gebürtige Kölner
(Jahrgang 1958), zuständig für das Kultur-Reisemagazin und die
Mediensendung 'Markt und Medien' des bundesweiten Informations-
senders Deutschlandfunk. Nach der Ausbildung an einem humanisti-
schen Gymnasium folgte das Studium der Medienpädagogik an den
Universitäten Köln und Bonn, danach Auslandsaufenthalte und
Praktika u.a. beim ORF Wien und bei deutschsprachigen Radiosendern
in Südtirol. Stopp war nach dem Diplom als wissenschaftlicher Mitar-
beiter für den Fachbereich Medienkunde und Mediendidaktik an der
Pädagogischen Fakultät der Universität Bonn tätig und nahm Lehr-
aufträge für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der
Universität Bamberg wahr. Seit 1986 ist er als Hörfunkjournalist tätig,
zusätzlich in der Aus- und Fortbildung im Bereich Medienjournalismus.
Dr. Rudolf Strohmeier
Kabinettchef der EU-Kommissarin Viviane Reding
Seit Januar 2005, als Rudolf Strohmeier Kabinettchef von Kommissarin
Viviane Reding wurde, stehen Medienpolitik und Informationsgesell-
schaft in Europa auf der Agenda des erfahrenen EU-Politikers. Bei der
Gestaltung der europäischen Medienlandschaft setzt der promovierte
Jurist mehr auf 'better regulation' als auf übertriebene Regelungsdichte
sowie auf die Mündigkeit des Verbrauchers. Zudem dürfe Brüssel nicht
zum ErsatzEntscheidungsort für nationale Rundfunkpolitik werden.
Der gebürtige Franke (Jahrgang 1952), der in Würzburg und Bonn
Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft studiert hat, ist 'gelernter
Brüsseler'. Seit 20 Jahren ist Strohmeier in der europäischen Haupt-
stadt tätig. Bevor er für verschiedene Mitglieder der EU-Kommission
tätig wurde, baute er das Bayerische Informationsbüro in Brüssel auf,
dessen erster Leiter er wurde. Von der Generaldirektion Entwicklung
führte sein Weg über das Kabinett von EU-Kommissar Peter Schmid-
huber (Regionalpolitik und Haushalt) in das von Landwirtschafts-
kommissar Franz Fischler, wo er als stellvertretender Kabinettchef
agierte.
2003/2004 war er Berater im Kabinett von Kommissionspräsident
Romano Prodi.
Prof. Wolfgang Thaenert
Vorsitzender der DLM und Direktor der LPR Hessen
Der Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk
(LPR Hessen) ist seit 2003 Vorsitzender der Direktorenkonferenz
der Landesmedienanstalten (DLM); er hat dieses Amt zum Jahresende
2005 turnusgemäß abgegeben.
Wolfgang Thaenert kennt die Entwicklung des privatwirtschaftlichen
Rundfunks und des dualen Systems seit den Anfängen in den 80er
Jahren - als Verwaltungsjurist im Gesetzgebungs- und Beratungs-
dienst des Niedersächsischen Landtags (bis 1984), dann als
Geschäftsführer des Niedersächsischen Landesrundfunkausschusses
(1984 - 1989) und seit 1989 als (Gründungs-)Direktor der Hessischen
Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen).
Der gebürtige Hildesheimer (Jahrgang 1950) hat nach seinem Jura-
studium in Göttingen verschiedene Stationen in der niedersächsischen
Landesverwaltung durchlaufen. Neben weiteren Lehraufträgen ist
Wolfgang Thaenert der Universität Kassel seit 1993 verbunden, dort
lehrt er Medienrecht im Internationalen Ergänzungsstudiengang
Medien- und Kulturwissenschaften. Im Oktober 2003 wurde er zum
Honorarprofessor für Medienrecht an der Universität Kassel berufen.
Dr. Helga Trüpel
MdEP
Seit 2004 ist Helga Trüpel Mitglied des Europäischen Parlaments.
Die promovierte Literaturwissenschaftlerin ist stellvertretende
Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung und gehört dem
Haushaltsausschuss an. Ihre politischen Schwerpunkte sieht die
Bremerin in der Kulturpolitik, in der Gestaltung der Wissensgesellschaft
und in den Fragen der Modernisierungsfolgen. Im Ausschuss für Kultur
und Bildung stehen auch medienpolitische Fragen auf der Tages-
ordnung. So setzt sich die Parlamentarierin dafür ein, dass Medien
unter kultur- und nicht unter wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten
betrachtet werden.
Der politische Werdegang von Helga Trüpel ist mit dem Aufbau der
Grünen eng verbunden.
1987 zog sie als Grüne Abgeordnete in die Bremische Bürgerschaft ein.
Sie war von 1991 bis 1995 Senatorin für Kultur und Ausländerinte-
gration der Freien Hansestadt Bremen und von 1995, bis zu ihrer Wahl
ins EP 2004, wieder Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft,
deren Vizepräsidentin sie zuletzt war. Helga Trüpel ist Beisitzerin im
Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft und gehört zu den Initia-
torInnen des Bremer 'Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken'.
Dr. Verena Wiedemann
Leiterin ARD-Verbindungsbüro in Brüssel bis Juni 2006
Von 1993 leitete Verena Wiedemann das ARD-Verbindungsbüro in
Brüssel und vertrat dort die Interessen des öffentlich-rechtlichen
Senderverbundes in allen medienpolitischen Fragen. Im Juli 2006 tritt
sie das neu geschaffene Amt der ARD-Generalsekretärin mit Sitz in
Berlin an. Sie ist Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommissioin und dort
stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses 'Information und
Kommunikation'.
2004 wurde sie in den Vorstand des International Network for Cultural
Diversity gewählt, einer weltweit operierenden NGO. Sie hat als Ex-
pertin für den Europarat, die Europäische Kommission und die UNCTAD
gearbeitet.
Verena Wiedemann hat Rechtswissenschaften in Hamburg und im
kalifornischen Berkeley studiert. Nach Abschluss der Promotion und
wissenschaftlicher Arbeit am Max-Planck-Institut für ausländisches und
internationales Privatrecht in Hamburg war sie von 1989 bis 1993 beim
Verlagshaus Gruner+Jahr in verschiedenen operativen Funktionen,
u.a. als Assistentin des Vorstands, tätig. Zuvor hatte die Juristin in
einer Anwaltskanzlei in Washington D.C. praktische Erfahrungen
sammeln können. Ihre Veröffentlichungen reichen von medienrecht-
lichen Themen auf nationaler und europäischer Ebene bis zu Fragen
des Einflusses von WTO/GATS auf Kultur- und Medienpolitik.
Gerhard Zeiler
CEO RTL Group, Vorstandsmitglied Bertelsmann AG
120 Millionen Menschen in Europa schalten nach Bekunden der RTL
Group täglich ein Programm des Senderverbundes der Bertelsmann AG
ein, den Gerhard Zeiler seit 2003 führt. Der gebürtige Wiener wurde
außerdem im Herbst 2005 in den Vorstand des Güterloher Branchen-
riesen berufen. Der 'Medienmann des Jahres 2004' (MIPCOM Cannes)
bestimmte seit 1998 die Geschicke der deutschen Sendergruppe um
RTL. Erst im September 2005 hat Zeiler den deutschen RTL-Stab an
seine Nachfolgerin Anke Schäferkordt weitergereicht. Seither konzen-
triert er sich auf den Ausbau der europaweit agierenden RTL Group, er
bleibt der deutschen Sendergruppe aber als Beiratsvorsitzender
verbunden.
Das Kommunikationshandwerk hat der studierte Psychologe und
Pädagoge (Jahrgang 1955) in der Politik gelernt – als Pressesprecher
der österreichischen Bundeskanzler Fred Sinowatz und Franz
Vranitzky. 1986 wechselte Zeiler zum ORF – zunächst als General-
sekretär. Dann folgten Etappen in der Anfangsphase des dualen
Fernsehens in Deutschland – 1991 als Geschäftsführer des Privat-
senders Tele 5, 1992 bei RTL2. 1994 kehrte Zeiler als Generalinten-
dant zum ORF zurück und verpasste Österreichs öffentlich-rechtlicher
Rundfunkanstalt eine Modernisierungskur. Vier Jahre später ging es
zurück nach Deutschland, diesmal hieß die Station RTL Television in
Köln.
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